Eigenkapitalquote beim Kauf vermieteter Immobilien

Wer in Immobilien investiert, stößt schnell auf den Begriff Eigenkapitalquote. Für Eigennutzer spielt sie meist eine Rolle, um eine solide Finanzierung für das eigene Zuhause aufzustellen. Doch bei vermieteten Immobilien ist die Bedeutung noch vielschichtiger. Hier geht es nicht nur um die Bonität bei der Bank, sondern auch um langfristige Rendite, steuerliche Aspekte und die eigene Risikostrategie. In diesem Beitrag erfahren Sie alle relevanten Aspekte.

Was bedeutet Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote beschreibt den Anteil Ihres Eigenkapitals am gesamten Kaufpreis inklusive Nebenkosten. Ein einfaches Beispiel:

  • Kaufpreis: 300.000 €
  • Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler, Grundbuch): 30.000 €
  • Gesamtkosten: 330.000 €
  • Eingesetztes Eigenkapital: 100.000 €

 

Die Eigenkapitalquote beträgt hier:
100.000 € ÷ 330.000 € = rund 30 %.

Je höher Ihre Eigenkapitalquote, desto weniger Fremdkapital benötigen Sie. Das reduziert die monatliche Belastung durch Zinsen und Tilgung – und verschafft Ihnen bessere Konditionen bei der Bank.

Besonderheiten bei vermieteten Immobilien

Bei Eigennutzern steht oft die Frage im Vordergrund: „Wie viel monatliche Rate kann und will ich mir leisten?“ Bei vermieteten Objekten kommen weitere Faktoren ins Spiel:

  1. Mietüberschüsse oder -defizite
    Die Mieteinnahmen tragen dazu bei, Zinsen und Tilgung zu bedienen. Entscheidend ist, ob Sie einen monatlichen Überschuss erzielen oder die Immobilie „draufzahlen“ müssen.
  2. Steuerliche Absetzbarkeit
    Zinsaufwendungen und Abschreibungen (AfA) lassen sich steuerlich geltend machen. Dadurch kann eine geringere Eigenkapitalquote sogar sinnvoll sein, wenn die Steuerersparnis ins Gewicht fällt.
  3. Renditeerwartung
    Investierende berechnen in der Regel die Eigenkapitalrendite – also den Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital. Eine niedrigere Eigenkapitalquote kann diese Rendite rechnerisch erhöhen, geht aber mit höheren Risiken einher.
  4. Liquiditätsrisiko
    Anders als beim selbstgenutzten Eigenheim hängt die Finanzierbarkeit bei Mietobjekten davon ab, dass die Immobilie dauerhaft vermietet ist. Leerstand oder Mietausfälle können die Kalkulation schnell kippen.

Typische Eigenkapitalquoten in der Praxis

  • 10–20 % Eigenkapital: Möglich, aber eher riskant. Die Bank verlangt in diesem Fall oft höhere Zinsen, und die Finanzierung ist sehr empfindlich gegenüber Mietausfällen oder Zinsänderungen.
  • 20–30 % Eigenkapital: Häufig der Standard bei Kapitalanlegern. Damit lassen sich gute Konditionen erreichen, ohne das eigene Kapital zu stark zu binden.
  • 40 % und mehr Eigenkapital: Sehr solide, reduziert Risiken erheblich, drückt aber die Eigenkapitalrendite, weil das eingesetzte Kapital stark gebunden ist.

 

Gerade bei vermieteten Immobilien suchen viele Käufer den Mittelweg: genug Sicherheit für stabile Finanzierungen, aber nicht so viel Kapital, dass die Rendite darunter leidet.

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Bankenlogik: So denken Kreditgeber

Kreditinstitute prüfen bei vermieteten Immobilien nicht nur Ihre persönliche Bonität, sondern auch die Ertragskraft des Objekts. Das bedeutet:

  • Mietverträge: Dauer, Miethöhe und Bonität der Mietenden werden betrachtet.
  • Lage und Zustand: Eine Immobilie in guter Lage mit stabiler Nachfrage wird positiver bewertet als ein unsicherer Standort.
  • Eigenkapitalquote: Je mehr Eigenkapital, desto geringer das Ausfallrisiko für die Bank – und desto besser die Konditionen.

 

Tipp: Banken rechnen oft konservativ. Selbst wenn Sie eine hohe Marktmiete erzielen, kann die Bank mit einem Sicherheitsabschlag kalkulieren.

Chancen und Risiken niedriger Eigenkapitalquoten

Eine geringe Eigenkapitalquote kann die Hebelwirkung verstärken: Sie setzen wenig eigenes Geld ein, erzielen aber Rendite auf den gesamten Kaufpreis. Beispiel:

  • Kaufpreis: 300.000 €
  • Eigenkapital: 30.000 € (10 %)
  • Jahresüberschuss nach Zinsen, Tilgung, Kosten: 3.000 €

Die Eigenkapitalrendite beträgt hier 10 %. Bei höherem Eigenkapitaleinsatz würde die Renditequote sinken, auch wenn das Risiko geringer ist.

 

Risiken niedriger Eigenkapitalquoten:

  • Zinsänderungsrisiko bei Anschlussfinanzierung
  • Mietausfall oder Leerstand belasten Liquidität stärker
  • Höhere Zinsen und strengere Auflagen seitens der Bank

Strategische Überlegungen für Investoren

Wenn Sie eine vermietete Immobilie kaufen, sollten Sie folgende Punkte bei der Eigenkapitalquote berücksichtigen:

  1. Langfristige Zinsentwicklung
    Planen Sie mit realistischen Anschlusszinsen, nicht mit den aktuellen Konditionen allein.
  2. Liquiditätsreserven
    Halten Sie zusätzlich zum Eigenkapital für den Kauf auch Rücklagen bereit – für Renovierungen, Leerstand oder unvorhergesehene Ausgaben.
  3. Diversifikation
    Wer mehrere Immobilien erwerben möchte, setzt das Eigenkapital besser gestaffelt ein, anstatt es in ein einziges Objekt zu binden.
  4. Steuerliche Beratung
    Eine enge Abstimmung mit Ihrer Steuerkanzlei kann helfen, die optimale Struktur zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung zu finden.

Fazit Eigenkapitalquote: Die Balance zählt

Die optimale Eigenkapitalquote bei vermieteten Immobilien hängt von Ihrer individuellen Situation ab:

  • Wer Sicherheit und planbare Liquidität schätzt, sollte mindestens 30 % Eigenkapital einbringen.
  • Wer stärker auf Rendite setzt und Risiken bewusst steuert, kann auch mit 20 % oder weniger arbeiten – sollte aber Rücklagen und Risikopuffer haben.
  • Wichtig ist, dass Sie nicht Ihr gesamtes Kapital binden, sondern handlungsfähig bleiben.

 

Eine gut überlegte Eigenkapitalstrategie entscheidet oft darüber, ob eine Investition langfristig Freude macht oder zum finanziellen Stressfaktor wird.

 

Kurz gesagt: Die Eigenkapitalquote ist beim Kauf vermieteter Immobilien nicht nur eine Zahl für die Bank – sie ist ein zentraler Baustein Ihrer Investmentstrategie. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Gemeinsam prüfen wir gründlich, wie viel Sicherheit Sie brauchen, welche Rendite Sie anstreben und welche Risiken Sie tragen können. Dann finden Sie die für Sie passende Balance.

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